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Ein Ärzteteam hob warnend den Zeigefinger

Sommer, Sonne und unsere Haut


(kob). Unsere Haut ist ein genau so lebenswichtiges Organ wie das Gehirn und das Herz. Sie hat abgesehen von unserem Verdauungstrakt die größte Flächenausdehnung. Sie besteht aus drei Schichten: der Oberhaut, der tieferliegenden Leder-Haut und der darunter liegenden Unterhaut, die sich ihrerseits aus mehreren Zeilschichten zusammensetzen. Die Haut schützt uns gegen eine ganze Reihe von Umwelteinflüssen. Sie wehrt Druck und Stoß ab, ihr Säureschutzmantel bekämpft Bakterien. Die Pigmente der Keimschicht schlucken sichtbares Licht und ultraviolette Strahlung. Durch die Absonderung von Schweiß reguliert die Haut den Wasserhaushalt unseres Körpers und hilft bei der Einhaltung der Wohlbefindens-Körpertemperatur.

Schließlich ist sie ein Sinnesorgan, das dem Zentralnervensystem eine Vielfalt von Wahrnehmungen vermittelt. Eine dieser Wahrnehmungen ist das Wohlgefühl, das wir empfinden, wenn wir im Sommer unsere Haut Sonne und Wind oder sprühender, kühlender Nässe aussetzen können. Dieses Wohlgefühl kann sehr schnell, etwa bei einem Sonnen-brand, in Missempfindungen umschlagen. Da die Haut auch ein wichtiger Bestandteil unseres Gesamt-Erscheinungsbildes ist, können die Missempfindungen auch darin bestehen, dass wir fürchten, durch den Zustand unserer Haut an Sympathien zu verlieren. In der Vortragsreihe der Volksbank Wiesloch, die sich nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Schwab nicht nur als der Finanzpartner ihrer Kunden versteht, haben sich zwei Arztinnen und ein Arzt, Dr. Klio Mössler aus Heidelberg, Dr. Helga Schäfer und Dr. Joachim Beck aus Sinsheim, dieser Thematik angenommen und dabei ihrerseits unsere Haut sozusagen ins rechte Licht gerückt. Damit war auch gleich der heikelste Punkte berührt. Niemand wird seine Haut stundenlang einem Graupelschauer aussetzen, wohl aber einem ausgedehnten Sonnenbad, das man in diesem Zusammenhang als Bombardement ultravioletter Strahlen werten muss.

Leider ist unsere Haut zu geduldig und warnt uns erst, wenn schon die ersten Verbrennungsschäden, unter Umständen sogar Dauerschäden an den für die Erneuerung der Haut verantwortlichen Zellen entstanden sind. Zudem sagen die Fachleute für Hautkrankheiten, d. h. die Dermatologen, die Haut vergesse nichts. Wenn wir also als Kinder mit nacktem Oberkörper stundenlang in der Sonne gespielt und sozusagen routinemäßig einen Sonnenbrand eingefangen haben, dann kann hieraus im Alter bitterer Ernst in Gestalt von Hautproblemen werden. Frau Dr. Mössler verdeutlichte in diesem Zusammenhang: Babys gehören überhaupt nicht in die Sonne.

Im Ubrigen richten sich die Sonnenbadezeiten strikt nach dem Breitengrad und dem Monat im Jahreslauf, nach der Zone, in der man sich aufhält, etwa am Meeresstrand oder im Hochgebirge und nach dem Verlängerungsfaktor des angewendeten Sonnenschutzmittels, zu dessen sachgerechter Auswahl und Anwendung sie viele nützliche Hinweise gab. Verantwortlich für den Sonnenbrand sind die UVB-Strahlen; die UVA-Strahlen sorgen für die rasche Bräunung, aber auch die vorzeitige Alterung der Haut. Die UVStrahlen erreichen uns auch bei leicht bedecktem Himmel und verfolgen selbst den Schnorchel-taucher im seichten Küsten-Wasser.

Belassen wir es also bei kleinen Mengen UV-Licht, dann werden unser Stoffwechsel, die Atmung, der Kreislauf, die Blutbeschaffenheit, Drüsenfunktion und unser Allgemeinzustand meist günstig beeinflusst und Schäden bleiben in der Regel aus. Durch die Bildung von Vitamin D aus Ergosterin wird zudem Rachitis abgewendet. Sollten wir einmal des Guten zuviel getan haben, heißt es: "Sofort raus aus der Sonne, 1 bis 2 Aspirin einnehmen, Quark oder Cortisonsalbe auf die geröteten Stellen auftragen, kühlende Getränke und Speisen wählen". Leider ist jeder Sonnenbrand schon einer zu viel. Er kann sich in Minutenschnelle einstellen, wenn man z. B. einen Segeltörn am Aquator unternimmt. Wer zu den sich stark bräunenden südeuropäischen Hauttypen (Typ IV) gehört, kann diese Zeilen relativ gelassen lesen. Bemitleidenswert sind dagegen die weit im Norden lebenden Menschen des Hauttyps 1. Sie sind weißhäutig und rothaarig; sie werden nie braun, sondern immer nur krebsrot. Schön ist es wenn man also zumindest dem Hauttyp III angehört. Dann wird man meist nur braun und nur manchmal rot.

Aber auch dieser Hauttyp muss sich vor der ersten Märzsonne hüten. Zum Trost für die arbeitende Bevölkerung sei gesagt, dass vor allem die Vielurlauber, aber auch die allzu fanatischen Sonnenbänkler (sowie die in der Kindheit vorgeschädigten Personen) in Gefahr sind, an Hautproblemen leiden zu müssen. Es gibt auch bestimmter Wiesengräser, Parfums, Kosmetika und Medikamente, die im Verein mit UV-Strahlen allergische Reaktionen erzeugen können. Wie die einschlägigen Hautveränderungen bzw. Schäden aussehen, führte Frau Dr. Mössler auf zahlreichen Dias vor. Die meisten Erscheinungsbilder kennen wir eigentlich aus dem täglichen Umgang und halten sie fast für normal.

Wenn sich aber eine schönheitsbewusste Dame sagt: "Der Fleck (oder die Falte) muss weg, und ganz ohne Rand!", dann ist die Fachkompetenzder beiden weiteren Referenten des Abends gefordert, erst recht natürlich, wenn ein Dermatologe im Beratungsgespräch dazu rät, eine bestimmte Hautunregelmäßigkeit zu entfernen. Über dieses Arbeitsgebiet wird im Folgeartikel berichtet.

Hier gehts zum zweiten Teil

Quelle: WIEWO 27/2003

 
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